Chronologie der Pisa-Studie
Pisa: Das "Programme for International Student Assessment" (PISA)
ist eine von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD) entwickelte Studie. Sie soll Lesekompetenz, mathematische und naturwissenschaftliche
Fähigkeiten 15-jähriger Schülerinnen und Schüler messen
und international vergleichbar machen. Dafür werden in jedem Teilnehmerland
- derzeit sind es 57 weltweit - 5000 bis 10 000 Jugendliche getestet. In Deutschland
koordiniert ein nationales Konsortium aus Wissenschaftlern unter der Leitung
des Kieler Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften
(IPN) das Pisa-Programm. Für den internationalen Vergleich wird in Deutschland
eine Stichprobe von jeweils 28 Jugendlichen aus 219 Schulen herangezogen. Für
den Vergleich der Bundesländer untereinander wird die Stichprobe auf mehr
als 55 000 Jugendliche aus 1500 Schulen erweitert.
Daten: Die Daten werden alle drei Jahre erhoben: 2000, 2003 und 2006. Beim ersten
Test lag der inhaltliche Schwerpunkt auf der Lesekompetenz, vor drei Jahren
wurden vor allem mathematische Kenntnisse getestet und in diesem Jahr die Naturwissenschaften.
Oktober 1998: Die Planung für die erste Pisa-Studie beginnt, Aufgaben werden
ausgewählt, Fragebögen erstellt. Von April bis Juni 2000 läuft
dann in 43 Ländern, darunter 32 OECD-Staaten, der Test.
Dezember 2001: Die Ergebnisse der ersten Studie werden veröffentlicht.
Deutschland schneidet so schlecht ab, dass manche von einem "Pisa-Schock"
sprechen. In allen drei Bereichen liegt Deutschland unter dem OECD-Durchschnitt,
insgesamt reicht es nur für Platz 21, hinter den meisten der europäischen
Nachbarn. Besonders auffällig: Die Leistungsunterschiede beim Leseverständnis
zwischen den besten und den schlechtesten Jugendlichen sind in Deutschland außerordentlich
groß. Und: Gut jeder fünfte Schüler schafft nur die niedrigste
Leistungsstufe. Zudem werden Jugendliche aus sozial schwachen Milieus und mit
Migrationshintergrund stärker benachteiligt als in den meisten anderen
Ländern. Gut schneiden in der Studie Länder wie Finnland und Großbritannien
ab, die auf Ganztagsschulen setzen und nicht in Schulzweige trennen.
Juni 2002: Die Ländervergleichs-Studie Pisa-E sieht die südlichen
Länder Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen in allen drei Schwerpunkten
vorn. Bremen ist Schlusslicht. Auch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und
Sachsen-Anhalt gehören zu den Verlierern. Dafür läuft in den
neuen Ländern der Zugang zum Gymnasium sozial gerechter ab als in Bayern
und Rheinland-Pfalz. Eine Detailauswertung kommt zu dem Schluss, dass ab einem
Zuwandereranteil von 20 Prozent die Durchschnittsleistung an einer Schule deutlich
sinkt.
Dezember 2004: Die OECD veröffentlicht ihren Bericht zum zweiten Pisa-Test
aus dem Jahr 2003. Deutschland hat sich leicht verbessert, in der Rangliste
von 29 OECD-Staaten liegt es in Lesekompetenz auf Platz 19, in Mathematik auf
16, Naturwissenschaft 15 und in der erstmals erhobenen Problemlösungskompetenz
auf Platz 13. Problematisch weiterhin: der recht hohe Anteil sozial benachteiligter
Jugendlicher und ein eher noch gewachsener Leistungsabstand zwischen guten und
schwachen Schülern.
November 2005: Die zweite Vergleichsstudie mit den Daten von 2003 gibt den deutschen
Bundesländern bessere Noten. Alle 16 legen in Mathe und Naturwissenschaften
zu. Vor allem die ostdeutschen Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen
können sich deutlich steigern. Bayern ist erneut Sieger vor Sachsen und
Baden-Württemberg. Bremen behält die rote Laterne, wobei der Stadtstaat
in seinen Schulen doppelt so viele Migrantenkinder unterrichtet wie Klassenprimus
Bayern. Schlechter als 2001 schneidet allein Nordrhein-Westfalen ab.
März bis Juli 2006: Die dritte Testphase läuft weltweit. Die Ergebnisse
des internationalen Vergleichs werden Ende Dezember 2007 erwartet, der Bericht
über das Bundesländer-Ranking erst 2008. erb
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Datum: Dienstag, den 28. November 2006